Texte-Lounge
kreative, spirituelle und schamanische Texte

Über die letzten Tage des Jahres, das helle Licht des Polarsterns und über die Gipfel, die den Himmel berühren

Wer in diesem Jahr ohne Turbulenzen davongekommen ist, darf sich glücklich schätzen – oder auch nicht. Alles, was unter der Oberfläche bleibt, liegt im Schatten und die großartigen Potentiale, die es birgt, können nicht hervortreten. Es geht um den Einzelnen und doch wieder nicht, es geht um Individualität und doch wieder nicht. Alles ist mit allem verbunden, auch wenn der Verstand das so gar nicht begreifen mag. Die Rauhnächte, die letzten Nächte um den Jahreswechsel, tragen eine Mystik in sich. Wer ihre Magie verstehen will, der muss nach innen lauschen und die Botschaft hören - und vielleicht geben die kalten Nächte tatsächlich ihr wohlbehütetes Geheimnis preis.

Im Getümmel der Kaufhäuser und zwischen all den Menschen finden wir keine Magie. Ich sehe in dieser Zeit oft hinauf in den nächtlichen Himmel. Ich liebe den Polarstern, der die nördliche Richtung des Himmels weist. Sein Licht ist klar und stark und er verändert seine Position am nächtlichen Sternenhimmel nicht. Als Teil des "Kleinen Wagens" erinnert er mich stets an Fortbewegung und Wagnis. Das Leben wagen – mit all seinen Höhen und Tiefen!


 

Gipfel, die den Himmel berühren

Die Schönheit einer einzigen Spur im Schnee, es ist die Deine und keiner wird in die gleichen Fußstapfen treten, da seine Füße nicht hineinpassen. Der höchste Gipfel ist immer Dein Ziel. Einen Gipfel zu erklimmen, kostet Kraft. Wind und Wetter zerren an Deinem Willen und an Deinem Mut.

Selbst Deine treuen Freunde, die Bäume, liegen schon weit unter Dir. Karger Fels, spitz, unüberwindbar, ist Dein Gefährte. Der Stein erzählt vom Himmel und vom Horizont, keiner ist ihnen länger näher. Nur er kann die Wolken auffangen und zu einem dicken Knäuel formen. Zusammen mit dem Wind spielt der Gipfel das unendliche Spiel der Elemente.

Wenn Du Willens bist und Deine Rolle annimmst, wird der Fels zu Dir sprechen und Dir helfen, seine Schluchten zu überwinden. Wenn Du die Flügel der Sehnsucht ausbreitest, wird Dich der Wind weiter nach oben tragen und ohne Mühsal wirst Du ein Blau sehen, das vor Dir noch kein Mensch gesehen hat. Von dort oben kannst Du die ganze Welt mit den Armen umfangen und Deine Seele wird gefunden haben, was Du nie gesucht hast. Von diesem Punkt aus passt die Größe des Universums in Deine Hände. Umschließe es mit all Deiner Wärme und es wird Dir geben, was Du verlangst.

W
enn die Zeit für den Weg nach unten gekommen ist, wirst Du freudig die Eis- und Schneefelder hinabrutschen, bis das saftige Grün der Wiesen Dich auffängt.

Jetzt weißt Du, Deine Kraft ist allmächtig und Du wirst nie mehr einen Tunnel graben, um einen Berg zu umgehen. Du glaubst an das Licht und bahnst Dir Deinen Weg nicht durch die Dunkelheit. Keiner, der jemals einen Gipfel erklommen hat, ist danach derselbe und trotzdem ist das Wesen unverändert. Es gibt keine verschlungenen Wege, selbst die Serpentinen hinauf sind gerade, was Du nicht sehen kannst, solange Du steigst, sondern erst dann, wenn Du einen Moment inne hältst.